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Alfons Iglhaut - Wünschelrutengänger


Jakobsweg Spanien 2007

Unter dem Motto: “Pilgern-der Weg ist das Ziel”, machte ich mich im April 2007 auf um den „Camino frances“, von Pamplona nach Santiago de Compostela, rund 700 Kilometer an 32 Tagen zu gehen.

Schon eineinhalb Jahre vor Abmarsch begann ich mich mit einem Spanisch-Sprachkurs auf die Reise vorzubereiten. Den Pilgerausweis beantragte ich bei der Fränkischen St. Jakobusgesellschaft in Würzburg, da man ohne Pilgerausweis keine Übernachtung in den Pilgerherbergen bekommt, ohne Frühstück zwischen 5 und 15 Euro (Stand: 2007). Hier darf man aber nicht zimperlich sein, da Männer und Frauen in einem Raum schlafen und nur Gemeinschaftsduschen vorhanden sind.

Die Herberge in Manjarin ist besonders erwähnenswert, sie wurde von einem Nachfahren der Tempelritter geleitet, hier habe ich eine sehr gute Paella gegessen, auf dem Fußboden geschlafen und als Toilette gab es ein Plumpsklo.

Die Herberge in Villafranco del Bierzo dagegen hatte sogar zwei Schlafsäle, einen für Schnarcher und einen für Nichtschnarcher.


Bei meiner Ankunft hatte es Temperaturen von minus drei Grad und leichten Schneeregen. Ein paar Tage später, in Uterga, blieb mir  wegen des schlechten Wetters nichts anderes übrig, als auf allen vieren durch das Latschenkiefergebiet zu kriechen.

An unzähligen Kirchen und Klöstern führte mich mein Weg vorbei, an großen imposanten, wie  die Kathedrale von Burgos, hier durfte ich die Karfreitagsprozession zur Gefangennahme Jesus miterleben, wobei hunderte Kapuzenmänner zu markerschütternder Musik durch die Straßen von Burgos ziehen; oder Leon, im Jahr 68 n. Chr. von römischen Soldaten gegründet, seine Kathedrale ist das stilreinste frühgotische Bauwerk auf spanischem Boden, aber auch an kleinen Dorfkirchen, sofern sie geöffnet waren habe ich sie mir alle angesehen In der Kathedrale von Astorga stand das Taufbecken auf einem Platz mit besonders starker Energie, da kam dann meine Wünschelrute, die ich natürlich dabei hatte, zum Einsatz. In der Kirche in Boadilla fällt um 12 Uhr mittags das Sonnenlicht auf das Taufbecken, aufsteigende Energie verlässt durch das Rundfenster die Kirche. In Santa Domingo gibt es in der Kirche zwei weiße Hühner in einem Käfig, die alle 21Tage ausgetauscht werden. Dazu gibt es auch eine schöne Sage …

Weitere eindrucksvolle und erlebnisreiche Etappenziele waren Ponferrada mit Kirche, Brücke und dem mächtigen Stadttor.

Beim Kloster Irache erwartete mich eine Überraschung ganz besonderer Art, hier gab es einen Weinbrunnen aus dem Tag und Nacht Rotwein floss, man konnte davon trinken so viel man wollte, was manchem Pilger aber zum Verhängnis wurde.

Im Trappistenkloster Convento de Santa Clara konnte man von schweigenden Nonnen Gebäck und Tau-Kreuze kaufen, die Schutz vor Unheil und Krankheit bieten sollen. Das Kloster Samos wurde im 5./6. Jh. gegründet und ist somit eines der ältesten Klöster der westlichen Welt.  Mein Weg führte auch durch Atapuerca, wo man bereits Anfang des 20. Jh. Höhlenmalereien und1994, die 800 000 Jahre alten Knochenreste des ältesten Europäers gefunden hat. Atapuerca zählt zu den wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten der Welt


Durch die Meseta pilgert man tagelang nur durch Weizen- und Zuckerrübenfelder, sowie durch Hopfen-, Lauch- und Knoblauch-Anbaugebiete. Von dort ging es in Berge, zum Cruz de Ferro (1531 M. ü. Meer), hier soll durch einen von zu Hause mitgebrachten Stein die Seelenlast abgelegt werden. Nach weiteren Meilensteinen erreichte ich dann schon etwas abgekämpft aber glücklich, den Monte de Gozo. Von hier aus konnte ich das erste Mal auf die Kirchtürme von Santiago blicken.

Es gäbe noch viel zu erzählen über Pallozas, die ovalen Steinhäuser mit kelt. Ursprung, über Portomarin, die im Stausee versunkene Stadt oder meine Übernachtung in einer Jugendherberge, zusammen mit Jugendlichen die eine Kissenschlacht abhielten.


Gerne führe ich mit interessierten Lesern weitere Gespräche.


Der Höhepunkt meiner Reise war natürlich der Einzug in die Kathedrale von Santiago de Compostela (dem drittgrößten Wallfahrtsort nach Rom und Jerusalem), die Umarmung der goldenen Figur des hl. Jakobus, die Berührung des Rubins und das Spüren der unheimlich starken Energie, die von diesem Platz ausgeht.

Der Weg ist das Ziel – ich habe mein Ziel erreicht.